Träume verstehen

 
Verstehen und nutzen Sie Ihre Träume!

Träume lassen sich auf mehreren Gebieten nutzen.
Dazu gehören insbesondere Kreatives Träumen und der Priming Effekt. Beide haben mit der Phase vor dem Einschlafen zu tun: Wir beschäftigen uns im Traum bevorzugt mit Dingen, über die wir kurz vor dem Einschlafen nachgedacht haben.

1. Kreatives Träumen

Das kreative Träumen ist eine Kreativitätsmethode. Sie ist trotz Ihrer Erfolge noch immer etwas umstritten. Manche schwören auf diese Methode, andere halten sie für blanken Unfug. Sehen wir deshalb genauer hin: Zunächst einmal, wie funktioniert Kreatives Träumen? Ganz einfach: Man beschäftigt sich vor dem Schlafengehen intensiv mit dem Problem, das es zu lösen gilt, betrachtet insbesondere Bilder und Graphiken dazu oder ruft sich diese in Erinnerung. Man wägt Argumente ab, zählt im Geiste Einflußfaktoren auf. Dann begibt man sich ins Bett in der Hoffnung, morgens mit der Lösung des Problems aufzuwachen.

In einer kleinen Minderheit der Fälle passiert das tatsächlich. Beim ersten Gedanken an das Problem hat man die Lösung vor Augen. Das aber grundsätzlich zu erwarten, ist tatsächlich grober Unfug.

Kreatives Träumen findet statt. Das Gehirn befasst sich mit Gedanken rund um das gestellte Problem. Es erstellt neue Verknüpfungen im Gehirn, es verstärkt oder beseitigt vorhandene Assoziationsbahnen. Das Problem wird verarbeitet. Häufig ist das mit einer deutlichen Klärung verbunden. Das ist der Effekt des “nochmals darüber schlafen”. Neu geordnete, geklärte Gedanken machen den Weg zur Lösung leichter.

Schlaf und Gedächtnis

Viele unserer Erkenntnisse über die Verbindung von Gedächtnis und Schlaf stammen aus durchaus zweifelhaften Versuchen mit Schlafentzug. In jüngerer Zeit hat man aber ganz neue Ansätze gefunden, indem man direkt in das Gehirn Schlafender hineinblickt:

Belgische Forscher vom Cyclotron Research Centre der Universität Liège haben in den letzten Wochen (Juni 2002) ein hochinteressantes Forschungsergebnis veröffentlicht. Es stützt die These, dass die Bildung der dauerhaften Lerninhalte nicht tagsüber, sondern nachts stattfindet. Das hieße, die Verarbeitungsvorgänge im Gehirn während des Schlafens wären deutlich weniger zufallsbehaftet als bisher angenommen. Es ist vielmehr so, dass genau die Lerninhalte des vorausgegangenen Tages gelernt werden…

Wenn wir uns an Träume erinnern, dann fällt uns oft auch ein, welches Ereignis und welcher Gedanke des Vortages das ausgelöst haben könnte. Vieles in unseren Träumen erscheint aber völlig willkürlich. Man stützte damit die These, unser Lernen im Schlaf würde durch eine Art Editiervorgang Zufälliges und Altes erneuern und umbauen. Damit verbunden ist die Annahme, dass der eigentliche Erst-Lernvorgang in unmittelbar Verbindung mit dem neuen Inhalt schon während des Tages bleibende Erinnerung erzeugt.

Mit einem äußerst raffinierten Versuchsaufbau konnte man nun aber klären, dass Lernvorgänge im Schlaf sich auf die Verarbeitung der letzten Wachphase konzentrieren und die eigentliche Bildung der Erinnerungen im Schlaf stattfindet. Denkmethoden wie “Kreatives Träumen” und der Priming-Effekt erhalten damit also einen zusätzlichen wissenschaftlichen Segen. Und ganz wichtig: Auch die Binsenweisheit, vor einer Prüfung lieber noch mal gut zu schlafen als bis spät in die Nacht zu lernen, wird dadurch bestätigt.

Studenten werden es nicht gerne hören: Alkohol fördert nicht nur Schnarchen. Die REM-Phase unseres Schlafes, also die Zeit des eigentlichen Lernvorgangs, wird durch Alkoholgenuss “unterdrückt” und gestört. Vielleicht sollten Sie in diesem Sinne die Besuche in Studentenkneipen auf die richtigen Tage legen.

2. Der Priming Effekt

Wenn Sie abends einen Lernstoff einfach durchlesen und am anderen Morgen lernen, verdoppeln Sie Ihren Lerneffekt!!! Diesen sogenannten Priming-Effekt können Sie noch verstärken, indem Sie gezielt Schnellesen einsetzen. Auch Übersichts-Lesemethoden (z.B. auf jede Seite einen Blick von 2 Sekunden) verstärken die Aktivierung und die Vergleichsarbeit des Gehirns. Verstehen und Lernen verbessert sich!

3. Visualisieren

Erträumen Sie das voraus, was Sie erreichen wollen. Die Verzettelung unserer Stunden, Tage, des ganzen Lebens, wird gemindert, wenn wir uns stärker an unseren Wunschzielen ausrichten. Visualisieren Sie Ihre Ziele. Stellen Sie sich abends vor dem Einschlafen in lebhaften Farben, mit Bewegung und Leben Ihre wichtigen Ziele vor: Das Häuschen im Grünen mit den Geranien an den Fenstern, Ihre elf Kinder, die draußen im Garten spielen.

Es ist natürlich nur sprachlich dasselbe, wenn Martin Luther King sagt: “I have a dream …” und wenn Sie tatsächlich träumen. Trotzdem hat das natürlich miteinander zu tun. Wer visualisiert, einen Wunschtraum zum Tagtraum macht, wird diesen Traum eines Tages auch als Nachttraum verarbeiten und umso mehr im Unterbewußtsein verankern.

4. Tagträume gegen den inneren Dialog

Ein sehr häufiges, viel Energie verzehrendes Problem besteht darin, daß man von den Gedanken an ein Problem nicht loskommt. Manche Menschen wälzen sich nachts im Bett und beschäftigen sich mit realen oder nebensächlichen Problemen. Der geraubte Schlaf rächt sich. Man wird noch energieloser, ist seinen Problemen noch weniger gewachsen. Nächste Nacht das Gleiche wieder von vorne.

5. Wunschträume verfestigen

Träumen Sie Ihr Leben oder leben Sie Ihren Traum?

Es klingt einfach dahingesagt: Nur wer Ziele hat, kann Ziele erreichen. Hinter dieser oberflächlichen Aussage liegt aber ein tiefer Grund und wohl auch das eigentliche Erfolgsgeheimnis des Zeitmanagement: Wir setzen uns immer wieder mit einem anfangs vielleicht nur schwachen Ziel auseinander, tun erste kleine Schritte, verstärken allmählich den Wunsch, spüren erste Erfolge und erreichen schließlich, beseelt von brennendem Verlangen, auch Ziele, die wir nie zuvor für erreichbar hielten.

Das Unterbewußtsein spielt dabei eine tragende Rolle. So, wie wir mathematische Formeln mit dem Priming Effekt lernen können, lassen sich auch Ziele ins Unterbewußtsein versenken. Wie bei der bewußtseinsbildenden Wirkung des Nachtgebets erzeugt man durch die kurze Vorstellung seiner Ziele eine verstärkte Verarbeitung in der Nacht.

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