Geschichte der Juden in Deutschland – Die DDR und die Juden Teil 3

 

Geschichte der Juden in Deutschland – Die DDR und die Juden Teil 3 (14:34)

http://i.ytimg.com/vi/RSpFkHZNmi0/0.jpgOb es in den rheinischen Städten durchgehend jüdische Siedlungen gab, ist ungewiss. Möglicherweise bestanden nach dem Abzug der Römer und der germanischen Landnahme einige jüdische Siedlungen weiter. Ihre rechtliche Stellung war während der römischen Zeit gesichert und Juden besaßen das volle Bürgerrecht.[5] Auf der germanischen Seite des Rheins und nördlich der Donau lebten dagegen keine Juden; zumindest sind sie in der Antike historisch nicht nachweisbar. Wie Juden nach der Völkerwanderung in die Gebiete rechts des Rheins und nördlich der Donau gelangten, ist weitgehend unerforscht. Erst in den letzten Jahren wird das Material anhand des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland durchforscht. Für das Ostfrankenreich sind jüdische Gemeinden auf ehemals römischem Boden sicher nachweisbar. Der erste namentlich bekannte Jude ist der Großkaufmann „Isaak” am Hof Karls des Großen, den er 797 bis 802 in einer Gesandtschaft nach Bagdad zum Kalifen Harun al-Raschid schickte und der einen Elefanten namens Abul Abbas von dort mitbrachte. Von Ludwig dem Frommen sind Privilegien um 825 erhalten, die für die Juden Vergünstigungen sichern und unter anderem ihre Tätigkeit im Sklavenhandel zwischen Böhmen und Spanien regeln. Als Gegner des Judentums, seiner Rechte und Rolle im Frankenreich positionierte sich Agobard, der Erzbischof von Lyon. Der Romanschriftsteller Arthur Koestler popularisierte die These, dass die östlichen Aschkenasim mehrheitlich nicht von den antiken Israeliten abstammten, sondern Nachfahren der Chasaren seien, eines Turkvolks, das im 8. oder 9. Jahrhundert die jüdische Religion annahm (Der dreizehnte Stamm). Aufgrund genetischer Studien ist diese These jedoch widerlegt. Zwar kann es sein, dass infolge der Zerschlagung des Chasarenreichs durch den Kiewer Großfürsten Swjatoslaw I. auch einige chasarische Flüchtlinge Mitteleuropa erreichten, wo sie auf aschkenasische Gemeinschaften trafen. Doch muss ihr Anteil sehr gering gewesen sein, da er genetisch nicht nachweisbar ist. Gleichzeitig haben diese Untersuchungen eine starke genetische Verwandtschaft zur heutigen Bevölkerung des Nahen Ostens gezeigt, so dass anzunehmen ist, dass die jüdische Bevölkerung im mittelalterlichen Europa mehrheitlich von den Juden des historischen Israel abstammte.

Dieser Beitrag wurde unter Traum-Dokumentation veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.